Die Depression hat viele Gesichter

Die hohe Besucherzahl im Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr zeugte von großem Interesse an Hintergründen einer Krankheit, an der in Deutschland rund vier Millionen Menschen erkrankt sind.

Das Frauenforum am Freitag bietet Informationen auch zu Tabuthemen an. Einmal mehr zeigte sich das jetzt bei einem Vortrag von Dr. Susanna Smolenski, Fachärztin für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie, zum Thema „Depression“. Die Referentin erläuterte, dass Depression viele Gesichter haben könne, die bei den Erkrankten nicht alle gleichzeitig und ständig zu sehen seien. Eines jedoch sei allen Erscheinungsformen gemeinsam: ein normales Leben zu führen, sei nur noch stark eingeschränkt möglich. Die täglichen Pflichten zu erfüllen, das werde für die Betroffenen zu einer kaum überwindbaren Hürde.

Dr. Smolenski, Chefärztin der Ehrenwall`schen Klinik in Ahrweiler, beschrieb Hauptsymptome, Stimmungen und Erscheinungsbilder. Andauernde Antriebs- und Freudlosigkeit, gedrückte Stimmung und verloren gegangenes Interesse an früheren „Steckenpferden“ könnten auf eine Depression hindeuten. Dazu könnten Ängste kommen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle sowie Grübeleien, die sich im Kreis drehen. Die Depression sei zwar eine Erkrankung der Psyche, könne aber auch körperliche Auswirkungen zeigen, beispielsweise Schlafstörungen, innere Unruhe, Herzbeschwerden und Gewichtsverlust.

Schnell wurde allen Zuhörern klar: Eine Depression kann jeden Menschen treffen – egal, ob jung oder alt. Niemand solle sich deswegen schämen oder versuchen, die Krankheit zu vertuschen, sondern möglichst frühzeitig einen Arzt oder Facharzt aufzusuchen. Dass Hilfe möglich ist, verdeutlichte Dr. Smolenski mit Erläuterungen zu Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen. Mit einer lebhaften Diskussion endete die Veranstaltung.

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